Zum Inhalt springen
GWG-Plattform.ch
Plattform vorbestellen

GwG-Wissen

GwG-Pflicht für Treuhänder: Welche Tätigkeiten ab 2026 relevant sind

Treuhänder sind nicht allein wegen ihrer Berufsbezeichnung GwG-pflichtig. Entscheidend ist, welche Leistungen sie tatsächlich für Dritte erbringen, ob sie an erfassten Rechtsgeschäften mitwirken und ob die Tätigkeit berufsmässig erfolgt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Reine Buchhaltung für ein operatives Unternehmen führt nicht automatisch zur Unterstellung.
  • Relevant sein können insbesondere Gründung, Führung oder Verwaltung nicht operativer Rechtseinheiten, Einlagen, Ausschüttungen und längerfristige Domizilmandate.
  • Finanzintermediäre Tätigkeiten und die neuen Beratungstatbestände müssen getrennt geprüft werden.

Welche Treuhandleistungen sind zu prüfen?

Im Mittelpunkt steht der reale Mandatsablauf. Erstellt die Treuhandgesellschaft lediglich Abschlüsse oder übernimmt sie zusätzlich Organfunktionen, Zahlungskoordination, Gesellschaftsgründung, Verwaltung einer Sitzgesellschaft oder die Durchführung von Ausschüttungen? Mehrere administrative Einzelleistungen können zusammen eine relevante Mitwirkung ergeben.

Auch bestehende Mandate gehören in die Analyse. Besonders bei Domizilgesellschaften, Holding- und Vermögensstrukturen sollte dokumentiert werden, welche Funktionen übernommen werden und wer Entscheidungen über Vermögensbewegungen trifft.

Berufsmässigkeit und Abgrenzung

Für die neuen Beratungstätigkeiten gelten Schwellenwerte: mehr als CHF 50’000 Bruttoerlös, mehr als 20 Kundinnen oder Kunden beziehungsweise Rechtsvorgänge, über CHF 5 Millionen betroffene Drittvermögen oder mehr als CHF 2 Millionen Transaktionsvolumen. Bereits ein erfülltes Kriterium kann relevant sein.

Umsätze aus allgemeiner Buchhaltung sollten nicht ungeprüft mit potenziell erfassten Leistungen vermischt werden. Eine nachvollziehbare Leistungs- und Umsatzabgrenzung verhindert Fehlbeurteilungen.

Was eine Unterstellung praktisch bedeutet

Besteht eine GwG-Unterstellung, reicht eine einmalige Prüfung nicht. Erforderlich sind je nach Tätigkeit insbesondere die Identifikation der Vertragspartei, die Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Personen, eine dokumentierte Risikobeurteilung, zusätzliche Abklärungen bei erhöhten Risiken sowie ein vollständiges und laufend aktualisiertes GwG-Dossier. Auch Zuständigkeiten, Freigaben, Schulung und periodische Kontrollen müssen nachvollziehbar organisiert werden.

Praxis-Checkliste

  • Dienstleistungskatalog und tatsächliche Prozessschritte erfassen.
  • Domizil-, Organ-, Gründungs- und Zahlungsfunktionen gesondert auswerten.
  • Schwellenwerte mit Mandats- und Umsatzdaten dokumentieren.
  • Unterstellung, mögliche Ausnahmen und nächsten Prüfzeitpunkt schriftlich festhalten.

Häufige Fragen

Sind alle Treuhänder ab Oktober 2026 GwG-pflichtig?

Nein. Ausschlaggebend sind konkrete Tätigkeit, Rolle, Berufsmässigkeit und mögliche Ausnahmen.

Ist reine Buchhaltung erfasst?

Reine Buchhaltung ist nicht allein aufgrund ihrer Bezeichnung erfasst. Zusätzliche Strukturierungs-, Verwaltungs-, Organ- oder Zahlungsfunktionen können die Beurteilung verändern.

Offizielle Quellen

Weiterführende Artikel

Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung zum Rechtsstand vom 26. August 2026. Er ersetzt keine rechtliche oder fachliche Beurteilung des Einzelfalls.

GwG-Pflicht zuerst einordnen

Der kostenlose GwG-Pflicht-Check gibt eine erste unverbindliche Orientierung. Anschliessend unterstützt GWG-Plattform.ch bei der strukturierten Organisation von Vertragsparteien, Dossiers, Prüfungen und Fristen.